Die Stiftung unterliegt dem Stiftungsrecht der Evangelischen Kirche von Westfalen. Demnach dürfen Stiftungsgelder nur unter ganz besonderen Bedingungen angelegt werden. Die Stiftung unterliegt dabei den Anlagerichtlinien für Geldvermögen der Evangelischen Kirche von Westfalen. Dabei geht es um eine verantwortungsvolle, nachhaltige und ethisch gerechtfertigte Anlagepolitik.

 

Folgende Anlagerichtlinien gelten für die Geldanlage von Zuwendungen an die Evangelische Gemeinschaftsstiftung Bocholt:

Nachhaltige Aspekte für Wertpapiere

1. Die Anlage des Geldvermögens darf dem kirchlichen Auftrag nicht widersprechen.

2. Grundsätzlich sollen Investitionen in Unternehmen nicht vorgenommen werden,
a) die Rüstungsgüter herstellen,
b) die für Verstöße gegen eine der fünf Kernarbeitsnormen(Kinderarbeit, Zwangsarbeit, Diskriminierung, Vereinigungsfreiheit und Recht auf kollektive Lohnverhandlungen) der internationalen Arbeitsorganisation ILO (International Labour Organisation) verantwortlich sind,
c) die Umweltgesetze oder allgemein anerkannte ökologische Mindeststandards in erheblichem Maße verletzen (insbesondere die Abholzung von Primärwäldern),
d) die Produzenten von Atomenergie sind und Kernkomponenten von Atomkraftwerken herstellen,
e) die Produzenten von gentechnisch veränderten Pflanzen und Tieren sind,
f) die Suchtmittel produzieren,
g) die Hersteller von Pornografie und Anbieter von Sex-Tourismus sind,
h) die nachweislich Forschung am menschlichen Embryo bzw. an embryonalen Zellen betreiben.

3. Grundsätzlich sollen Investitionen in Wertpapiere von Staaten nicht vorgenommen werden,
a) die systematisch Menschenrechte verletzen (zum Beispiel Todesstrafe, Folter, politische Willkür, Bewegungsfreiheit, Religionsfreiheit, Kinderarbeit),
b) in denen ein hohes Maß an Korruption herrscht,
c) die das Kyoto-Protokoll nicht ratifiziert haben,
d) die das Abkommen über den internationalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten nicht ratifiziert haben,
e) die ein unverhältnismäßig hohes Rüstungsbudget aufweisen,
f) in denen Frauen erheblich weniger soziale und wirtschaftliche Entwicklungschancen eingeräumt werden als Männern,
g) die für extrem wirtschaftliche und soziale Ungleichheit verantwortlich sind.

4. Bei der Investition in Fonds und Vermögensverwaltungen ist sicherzustellen, dass ein Investmentansatz verfolgt wird, der den unter 1 bis 3 genannten Vorgaben nicht widerspricht.

Anlagerestriktionen
Die Berechnung der Anlagerestriktion gliedert sich in die drei unten beschriebenen Phasen:

1. Rahmenbedingungen
Grundsätzlich verfolgen die Kirchengemeinden, die Kirchenkreise sowie die kirchlichen Verbände der Evangelischen Kirche von Westfalen und die Landeskirche eine defensive Anlagestrategie für das gesamte Geldvermögen. Das bedeutet, dass die Geldanlagen der Maßgabe „Sicherheit vor Ertrag“ folgen. Es ist auf eine ausgewogene Streuung der Risiken zu achten. Die Basiswährung ist Euro, der Fremdwährungsanteil kann maximal 10 % vom gesamten Geldvermögen betragen. Dieser Anteil soll währungsgesichert sein.

2. Maximalwert für die Anlage vom gesamten Geldvermögen Folgende Maximalwerte vom gesamten Geldvermögen werden festgelegt:

  • Liquidität – kurzfristige Anlagen (zum Beispiel Girokonto, Tagesgeldkonto, Geldmarktfonds, Festgelder) bis 100 %
  • Ertragswerte – mittel- und langfristige Anlagen (zum Beispiel Wachstumssparen, Jahresgelder, Sparbriefe, festverzinsliche Wertpapiere bis 100 %
  • Substanzwerte – Beteiligung an der Substanz eines Unternehmens (zum Beispiel Aktien, Aktienfonds, Aktienanteile in gemischten Anlageformen bis 25 %
  • Sachwerte (zum Beispiel offene Immobilienfonds) bis 10 %
  • Rohstoffe (zum Beispiel Rohstofffonds) bis 5 %

3. Risikoklassen In der Finanzwelt wird der Risikogehalt einer Geldanlage mithilfe von Risikoklassen bewertet. Die Vermögensanlage hat sich an diesen Risikoklassen zu orientieren. Die Ratingeinstufungen von international anerkannten Ratingagenturen sind zu beachten.

Anlagerichtlinien_Riiko

 

Heranziehen von Basisinformationen:

Die Ratings der im Bestand gehaltenen Anleihen sind regelmäßig (mindestens jährlich) zu überprüfen. Sollte ein Mindestrating unterschritten werden, so muss diese Anleihe innerhalb von 6 Monaten aus dem Bestand verkauft werden (Marktliquidität beachten, wirtschaftliche Interessen berücksichtigen).

Anlagerichtlinien_Ratings

 

Kriterien für Geldinstitute

Kirchliches Geldvermögen soll durch Geldinstitute verwaltet werden, die einem Einlagensicherungsfonds angehören und die glaubhaft die Kriterien der Nachhaltigkeit beachten. Die Geldinstitute müssen bereit sein, Kriterien für die Anlage des kirchlichen Geldvermögens und eine regelmäßige Berichterstattung zu vereinbaren.“

Den gesamten Text der Anlagerichtlinien können Sie hier einsehen: Anlagerichtlinien mit _Präambel